Mobb Deep kehrt mit dem salzigen Meisterwerk ‘Infinite’ zurück’

Mobb Deep haben mit ihrem neuesten Album ‘Infinite’ das Spiel wieder aufgemischt. Es ist das erste Album in voller Länge seit 2014 und das erste nach dem Tod von Prodigy. Mit einer Spielzeit von 51 Minuten, die sich aus nicht verwendeten Prodigy-Versen und neuem Havoc-Material zusammensetzt, ist ‘Infinite’ ein Meisterwerk, das seinen Wurzeln treu bleibt, ohne in Nostalgie zu verfallen.

Das Album wird mit ‘Against the World’ eröffnet, einem Track, der mit unheimlichen Klavierakkorden und einem subtilen Jazz-Sample, unterlegt mit trockenen, knallenden Drums, sofort die richtige Stimmung erzeugt. Prodigys Stimme kommt mit Autorität daher - robust, selbstbewusst und lässig. Sein Vortrag hat diese vertraute Kühle, bei der jedes Wort mit Gewicht daherkommt. Havoc schließt sich ihm mit Zeilen über Loyalität und Disziplin an, sein Ton ist müde, aber entschlossen. Der Refrain - ’It's Mobb Deep against the world’ - bringt die Stimmung auf den Punkt: trotzig, aber nicht dramatisch.

‘Gunfire’, die erste von vier Alchemist-Produktionen, bringt einen lockereren Rhythmus. Das Schlagzeug gleitet unter eine gefilterte Bläserschleife und gibt dem Track ein Gefühl von Bewegung, ohne zu hetzen. Prodigys Takte sind kurz und direkt - ’King of all kings, Don of all dons, Chief of all chiefs, God of all gods’ -, während Havoc das Bild mit Zeilen über Paranoia und Vergeltung schärft. Die Handschrift von The Alchemist ist unverkennbar: körnige Texturen, offener Raum und Details, die klingen, als wären sie aus einer abgenutzten Kassette ausgegraben worden.

‘Easy Bruh’ ist eine Rückkehr zu Havocs Produktion. Das Schlagzeug ist rau, die Basslinie dick und der Refrain wiederholt sich auf eine Art und Weise, die an die Straßenhymnen der frühen 2000er Jahre erinnert. Der Track betritt kein Neuland, behält aber seine Energie durch seine Haltung bei. Prodigys Strophen tragen eine lässige Bedrohung in sich, und Havocs Stimme verleiht ihm Gewicht. Es ist eines der schärfsten Stücke des Albums, das sich eher auf Rhythmus und Phrasierung als auf Melodie verlässt.

Bei ‘Look at Me’ mit Clipse ändert sich die Energie. Havoc und The Alchemist sind Co-Produzenten und kreieren einen hypnotischen Groove, der aus einer absteigenden Bassline und einer tighten Percussion besteht. Pusha T und Malice tauschen Verse aus, in denen sich Selbstbewusstsein und Nachdenklichkeit die Waage halten, was gut zur Weltsicht von Mobb Deep passt. Prodigy und Havoc liefern den Refrain und die Bridge und geben der Platte das Gefühl eines gemeinsamen Codes unter Veteranen. Die Chemie ist natürlich, der Beat ausgefeilt, aber immer noch kalt.

Big Noyd schließt sich ‘The M. The O. The B. The B.’ an, das wie eine Wiedervereinigung von Queensbridge-Kameraden klingt. Der Beat ist düster und minimalistisch, getragen von einem gedämpften Hupenstoß und einer engen Snare. Noyds Tonfall ist lebhaft und steht im Gegensatz zu Prodigys gleichmäßigem Vortrag. Havoc schließt den Track mit einer Strophe ab, die Loyalität und Vermächtnis reflektiert, ohne sentimental zu werden. Er ist geradlinig und effektiv und eine schöne Anspielung auf einen Klassiker von Boogie Down Productions.

‘Down for You’, mit Nas und Jorja Smith, erweitert die emotionale Bandbreite. Havoc baut den Track um warme Akkorde und ein entspanntes Drum-Pocket herum auf. Nas beginnt mit nachdenklichen Zeilen über Engagement und Reputation, während Jorja Smith eine sanfte, unaufdringliche Hook beisteuert. Prodigys Stimme taucht in der Mitte auf und verankert den Song mit seiner ruhigen Autorität. Der Mix gibt dem Gesang Raum zum Atmen, und die Zurückhaltung des Beats macht ihn zu einem der melodischsten Momente des Albums.

‘Taj Mahal’, eine weitere Alchemist-Produktion, ist eine Neuinterpretation eines Prodigy-Tracks, der 2011 erstmals auftauchte. Der Loop ist psychedelisch, eine spiralförmige Progression, die sich hypnotisch anfühlt, ohne zu übertreiben. Prodigy erzählt von einer nächtlichen Eskapade durch Casinos und Hinterzimmer. Sein Text ist visuell, und die Details tragen den Rhythmus - Zeiten, Orte, kleine Gesten. Havoc fügt eine Strophe hinzu, die zu den Themen des Tracks passt und der Zusammenarbeit der beiden ein Gefühl der gegenseitigen Inspiration verleiht.

‘Infinite’ ist eine salzige Rückkehr zu den Wurzeln von Mobb Deep, mit einem modernen Twist. Das Album ist ein Meisterwerk, das seinen Wurzeln treu bleibt, ohne in Nostalgie zu verfallen. Mit einer Mischung aus unbenutzten Prodigy-Versen und neuem Havoc-Material ist ‘Infinite’ ein Muss für jeden echten Hip-Hop-Fan.

Wenn ihr also bereit seid, eure Ohren mit einer salzigen Dosis Mobb Deep zu verwöhnen, legt ‘Infinite’ auf und lasst euch von der rohen Energie und dem knallharten Flow mitreißen, den dieses legendäre Duo schon immer hatte.

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