Freddie Gibbs: In Gary handelt es sich um ein Infrastrukturproblem, nicht um Sturmschäden
Freddie Gibbs, der Grammy-gekrönte Rapper aus Gary, Indiana, sprach bei MSNBC über die Stromkrise in seiner Heimatstadt und betonte, dass das Problem nicht auf den Sturm zurückzuführen sei, sondern auf eine veraltete Infrastruktur. Seit ein Derecho am 11. August Gary heimgesucht hat, sind mehr als 20.000 Einwohner ohne Strom, was schwerwiegende Folgen für die Gemeinde hat, insbesondere da die Stadt zu achtzig Prozent von Schwarzen bewohnt wird. Gibbs nutzte seine Plattform, um auf die schleppenden Wiederaufbauarbeiten aufmerksam zu machen, und setzte sich gemeinsam mit anderen bekannten Einwohnern für Hilfe und Wiederaufbau ein.
Freddie Gibbs hält nicht den Mund. Der Grammy-Gewinner aus Gary, Indiana, war zu Gast in der MSNBC-Sendung "All In with Chris Hayes", um über die Stromkrise zu sprechen, die seine Heimatstadt bereits seit zwei Wochen heimsucht.
"Das ist kein Sturmproblem für den August", sagte Gibbs. "Das ist ein Infrastrukturproblem, das Gary hat. Dieser Sturm bringt es nur ans Licht. Wir haben ein veraltetes Stromnetz bei dem Unternehmen, das unsere Stadt mit Strom versorgt."
Gibbs bringt den Kern einer humanitären Notlage auf den Punkt. Am 11. August fegte ein Derecho mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde durch den Nordwesten von Indiana. Gary wurde am stärksten getroffen.
Seitdem sind mehr als 20.000 Einwohner ohne Strom. Keine Kühlung, keine Klimaanlage, keine Grundversorgung. Die Stadt ist zu achtzig Prozent von Stromausfällen betroffen.
Gibbs blieb es nicht nur bei Worten. Während er auf Tournee im Ausland war, spendete er Geld für Garys Genesung. Bürgermeister Eddie Melton dankte ihm öffentlich, ebenso wie andere bekannte Persönlichkeiten, die sich ebenfalls engagierten.
Der NBA-Hall-of-Fame-Spieler Glenn Robinson, ebenfalls aus Gary, spendete 100.000 Dollar. Der Social-Media-Star Keith Lee organisierte Hilfsaktionen zusammen mit der Heilsarmee. Auch Darius Garland leistete einen Beitrag.
Doch Gibbs' Auftritt im nationalen Fernsehen verfolgte ein größeres Ziel. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf etwas, das nach Meinung vieler ignoriert wurde.
Familien werfen verdorbene Lebensmittel weg. Kleine Unternehmen wie der „J's Breakfast Club“ verzeichneten allein in der ersten Woche Umsatzverluste in Höhe von fast 19.000 Dollar. Schulen wurden geschlossen. Ältere Menschen und Menschen, die auf medizinische Geräte angewiesen sind, waren ernsthaften Risiken ausgesetzt.
Der Energieversorger NIPSCO verteidigte sein Vorgehen. Seiner Ansicht nach hatte Gary die komplexesten Infrastrukturschäden durch den Sturm zu verzeichnen.
Doch die Einwohner stellen Fragen. Warum dauert die Wiederherstellung der Stromversorgung in einer überwiegend von Schwarzen bewohnten Stadt so viel länger als in den umliegenden Gebieten?
Gibbs trifft den Nagel auf den Kopf. Keine Ausreden, nur die Fakten. Gary hat ein System, das nicht funktioniert, und der Sturm hat das schmerzlich deutlich gemacht. Der Rapper nutzt seine Plattform so, wie es sein sollte: um seiner Stadt eine Stimme zu geben.






